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Damen-Kleinfeld DM 2017 – ein Märchen in fünf Akten

Bielefeld gibt es tatsächlich! Nach der Anreise am Freitagnachmittag des Himmelfahrts-Wochenendes und dem Bezug des Hotels ging es früh abends noch samt Fans zum gemeinsamen Essen – ein nettes „Meet and Greet“, aber ohne Autogrammkarten. Dann ab in die Betten, denn der kommende Tag sollte bereits sehr früh mit dem ersten Vorrundenspiel beginnen …

1. Akt: BTG Teutonia Bielefeld – TSVN (4:8)

Früh morgens um 9:00 Uhr gab es den ersten Bully. Die Nervosität der Mannschaft war zu spüren, aber nach 8 Minuten eröffnete Luisa Eymes den Torreigen der Mannschaft. Binnen zwei Minuten, zwischen der 11. und 13. Minute, erhöhte das Team durch drei Tore auf 4:0 und konnte damit beruhigt in die Halbzeit gehen. Die zweite Hälfte begann mit dem Anschlusstreffer für Bielefeld, den erneut Eymes egalisieren konnte. Nach einem Tor für Bielefeld brachten dann weitere drei Tore die Entscheidung zugunsten der stark aufspielenden Damen des TSV. Die beiden letzten Tore für Bielefeld fielen binnen fünf Sekunden in der letzten Minute des Spiels und sind sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass die Mannschaft bereits mit den Gedanken in der Kabine war. Am Ende stand neben dem überzeugenden 8:4 auch der erste Dreierpack durch Eymes, die damit zur besten Spielerin ihrer Mannschaft gewählt wurde.

Anschließend ging es in eine zeitlich sehr üppig bemessene Mittagspause, in der man Eindrücke der Bielefelder Innenstadt und des Altstadtfestes gewinnen konnte sowie ein gemeinsames Mittagessen zu sich nahm.

2. Akt: TSVN – Floor Fighters Chemnitz (1:2)

Erst um 15:00 Uhr ging es laut Spielplan weiter, man traf auf ein hoch eingeschätztes Team aus dem Osten. Während die Anhänger am Morgen noch für eine großartige Stimmung in der Halle sorgten, war es zum zweiten Vorrundenspiel doch verdächtig ruhig. Dies spiegelte sich auch auf dem Platz wieder, die lange Pause schien dem Team nicht gut bekommen zu sein. Das Spiel wirkte etwas zerfahren und so geriet man auch folgerichtig Mitte der ersten Halbzeit mit 0:1 in Rückstand. Das wirkte kurzfristig wie ein Weckruf, denn nur 26 Sekunden später konnte Sünje Pohle den Ausgleich erzielen. Vor der Halbzeit konnten die Chemnitzerinnen allerdings noch ein weiteres Tor erzielen, womit es mit einem knappen Rückstand in die Pause ging. Die zweite Hälfte war vergleichsweise arm an Höhepunkten, der TSV stand defensiv sicher, versuchte offensiv noch einmal alles und kam zu einigen guten Chancen. In Überzahl konnte man einen Lattentreffer verbuchen und zum Schluss wurde die Torhüterin durch eine vierte Feldspielerin ersetzt, doch der Ausgleich sollte nicht fallen. Dank zweier überragender Torhüterinnen blieb es beim 1:2 für die Chemnitzerinnen. Folglich wurden auf beiden Seiten die Torhüterinnen zu den besten Spielern ihrer Teams gewählt – Glückwunsch an Marieke Senkpiel.

3. Akt: TSVN – SG Ludwigshafen / Karlsruhe (8:4)

Nach nur einem weiteren Spiel Pause stand das Team von Trainer Daniel Kunze bereits wieder auf dem Platz. Man begann zwar unglücklich mit einem Eigentor, konnte das Spielgeschehen allerdings sehr schnell zu eigenen Gunsten gestalten und schraubte das Ergebnis bis zur Halbzeit auf 5:2 hinauf. Besonders erwähnenswert ist hier der lupenreine Hattrick durch Elisabeth Hörning, die den zweiten Dreierpack für den TSV klarmachte. Die zweite Halbzeit ließ die Mannschaft es dann etwas ruhiger angehen, kam aber noch zu drei sehenswerten Toren, unter anderem durch die jüngste Spielerin des TSV, Lea Böhme. Am Ende hieß es wieder 8:4 für den TSV und Frederike Strahl, beteiligt an vier Toren, wurde zur besten Spielerin ausgezeichnet – das Erreichen des Halbfinales als Gruppenzweiter hinter Chemnitz war perfekt. Und es wurde tatsächlich die erste Autogrammkarte verlangt: viele Grüße an Karl (7 Jahre), einen der Neffen von Mannschaftskapitänin Hörning, der den TSV ausgiebig anfeuerte.

In der zweiten Gruppe kam es zwischen Hannover, Wernigerode, Bonn und München ebenfalls zu sehr sehenswerten, hochklassigen und ausgeglichenen Spielen. Hier setzten sich die Spielerinnen aus Hannover und Wernigerode durch und erreichten ebenfalls das Halbfinale.

Nach diesem langen Tag und einem umfangreichen Cooldown ließ man den Tag mit einem netten Grillabend, organisiert vom Neuwittenbeker Anhang unter der Führung von Ben Timm, bei sehr guter Stimmung und bestem Wetter genüsslich ausklingen.

4. Akt, Halbfinale: TSVN – Hannover 96 (5:4)

Sonntag, Bully um 10:15 Uhr, traf man als Gruppenzweiter auf die starke Mannschaft aus Hannover, die sich am Vortag überzeugend als Sieger der anderen Gruppe durchsetzen konnte. Die Spielerinnen des Gegners kannte man bereits aus der Großfeld-Regionalliga, dort wurden zwei Unentschieden erzielt, alles sprach also für einen harten Fight und ein knappes Ergebnis. Das Spiel begann wieder mit einem Gegentor, doch das Team des TSV konnte den Spielstand durch einen Doppelschlag binnen 15 Sekunden drehen, die Tore erzielten Frederike Strahl und Liesa Rathje. Mit diesem 2:1 ging es unter lautem Jubel der vielen Anhänger in die Pause. Die zweite Hälfte war geprägt von Zeitstrafen, zuerst musste Elisabeth Hörning in die Kühlbox und Hannover nutzte die Überzahl für den Ausgleich. Dann war Hannover dran und Sünje Pohle erzielte sehenswert die erneute Führung. Anschließend wieder eine Strafe für den TSV, Luisa Eymes verabschiedete sich für zwei Minuten und auch diese Überzahl wird genutzt – Ausgleich. Es waren noch dreieinhalb Minuten zu spielen, es wurde eng, doch erneut Rathje und Carlotta Höpfner brachten den TSV in Führung. Und obwohl Hannover bereits sechs Sekunden später den Anschluß erzielte, hatte diese Führung Bestand bis zum Spielende – 5:4, Finale oho!

In diesem hochklassigen, hart aber trotzdem immer fair geführten Spiel wurde Liesa Rathje für ihre hervorragende Leistung zur besten Spielerin gewählt. Leider verletzte sich Hannah Hartges in diesem Spiel und konnte am Finale nicht teilnehmen, mittlerweile ist sie jedoch glücklicherweise wieder vollständig genesen.

5. Akt, Finale: Floor Fighters Chemnitz – TSVN (7:4)

Nach den Platzierungsspielen stieg das Finale. Unser Team traf erneut auf die Floor Fighters, die sich im zweiten Halbfinale gegen die Red Devils aus Wernigerode durchsetzten. Schön, denn man hatte ja noch eine Rechnung aus der Vorrunde offen und der dortige Spielverlauf deutete auf eine harte, aber keine unlösbare Aufgabe hin. Sowohl Team wie auch Anhänger bereiteten sich intensiv auf das Spiel vor. Das sollte sich auszahlen, die Stimmung war super und der TSV ging durch Carlotta Höpfner bereits nach zwei Minuten in Führung. In der Folge gestaltete sich das Spiel ausgeglichen mit Chancen und Toren auf beiden Seiten, sodass es eine Minute vor der Halbzeit 2:2 stand. Dann holte Chemnitz zum Doppelschlag aus und erhöhte auf 4:2 vor der Pause. Im Nachhinein sicherlich eine vorentscheidende Phase des Spiels, zumal sie kurz nach der Pause das 5:2 erzielten. Die TSV-Damen waren ein wenig geschockt, kämpften sich bis 5 Minuten vor Spielende jedoch auf 4:6 heran. Nun wurde alles auf eine Karte gesetzt und mit vier Feldspielern agiert. Man kam auch zu einigen Möglichkeiten, doch am Ende brachten nur noch einmal die Chemnitzerinnen den Ball im leeren Tor unter, die Entscheidung – 7:4 verloren.

Den Damen war kurz die Enttäuschung anzusehen, aber sehr schnell überwog dann doch die Freude über das Erreichte. Schließlich hatte man nicht das Finale verloren, sondern die Silbermedaille gewonnen und damit die Zielsetzung mehr als erfüllt – Vizemeister, Vizemeister, hej, hej! Zur besten Spielerin des TSV im Endspiel wurde Carlotta Höpfner gewählt, die den dritten Dreierpack dieses Turnieres für unsere Damen schnürte.

Wie auch die Mannschaft, so konnte auch Frederike Strahl noch einen persönlichen Erfolg verbuchen. Sie wurde zweitbeste Scorerin des Turniers, und das denkbar knapp mit nur einem Punkt Rückstand.

Gratulation an den verdienten Deutschen Meister nach Chemnitz, aber auch an alle anderen Teams, die tolle und spannende Spiele zeigten. Natürlich einen herzlichen Dank an die BTG Teutonia Bielefeld, die als Ausrichter eine rundum gelungene Meisterschaft organisierte.

Die Stimmen zum Wochenende:

Trainer Daniel Kunze: Ich bin mit unserem Abschneiden super glücklich und ich freue mich, dass wir uns als Mannschaft diese Saison und vor allem auch noch während der DM so gut entwickelt haben. Es haben wirklich alle ihren Teil zur sensationellen Vizemeisterschaft beigetragen und der Teamgeist hat den Rest erledigt. Über das gesamte Turnier haben wir extrem wenig Fehler gemacht, leider wurden dann im Finale ein paar mehr eingestreut, was sicherlich auch an der hohen körperlichen Belastung lag. Das haben die Chemnitzerinnen mit ihrer Erfahrung dann gut ausgenutzt. Aber wie schon im Gruppenspiel hatten wir auch im Finale genügend Chancen, um das Spiel noch ausgeglichener zu gestalten. Ich bin stolz auf das Geleistete und hoffe, dass der Schwung und Elan aus den letzten Wochen die Sommerpause übersteht und wir genau da anknüpfen können.

Mannschaftskapitän Elisabeth Hörning: Die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft in Bielefeld ist für uns ein großer Erfolg. Wir haben oft und fleißig trainiert, um eine bestmögliche Leistung zu bringen. Dass wir dann als Deutscher Vizemeister im Damenfloorball (KF) aus dem Wettkampf gehen dürfen, erfüllt meine Mannschaft und mich mit so viel Freude und Stolz. Die Mühe hat sich gelohnt und wir konnten zeigen, dass wir den Floorballsport auch am Kanal im hohen Norden gut vorantreiben. Hier nochmal ein Dankeschön an unseren Trainer und alle mitgereisten Fans. Ich persönlich bin der Meinung, dass in unserer Mannschaft noch viel Potential steckt, mit welchem wir durchaus noch einen draufsetzen können.

Dankbar und gerührt für diese Zeit – nur der TSV!

TSV Neuwittenbek: Inga Faust (T), Carlotta Pauline Höpfner (4/2), Elisabeth Hörning (C 4/2), Liesa Rathje (4/1), Sünje Pohle (3/1), Lea Böhme (1/1), Luisa Eymes (4/3), Hannah Hartges, Frederike Strahl (6/6), Silke Dethlefsen (T), Marieke Senkpiel (T)

Ergebnis:

  1. Floor Fighters Chemnitz
  2. TSV Neuwittenbek
  3. Red Devils Wernigerode
  4. Hannover 96
  5. SSF Dragons Bonn
  6. BTG Teutonia Bielefeld
  7. FC Stern München
  8. SG Ludwigshafen / Karlsruhe

Silke & Thomas Dethlefsen

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